Stromzähler auslesen im Smart Home – Leseköpfe im Überblick

Seit einiger Zeit lese ich meinen digitalen Stromzähler mit kleinen Sensoren aus. Welche Möglichkeiten gibt es aktuell auf dem Markt? Welche Vor- und Nachteile haben diese?

Selbst nutze ich aktuell den Poweropti von Powerfox (Testbericht) – hier zeige ich euch 3 Alternativen und deren Vor- und Nachteile.

Um Energie zu sparen ist es elementar wichtig, zu wissen, wie viel Energie man eigentlich verbraucht. Da hilft ein regelmäßiges Ablesen des Stromzählers schon enorm, aber viel mehr Mehrwert bietet es, einen Graphen zu haben, zu welchen Zeiten man wie viel Strom verbraucht.

Mit einem digitalen Stromzähler hat man in der Regel immer die Möglichkeit den Verbrauch auszulesen und in einer App oder einem Smart Home auszuwerten. Es gibt eine Schnittstelle, die über IR Dioden den aktuellen Zählerstand und Verbrauchswerte übermitteln kann. Diese Schnittstelle ist oft nur über eine PIN zu benutzen. Diesen Geheimcode bekommt man problemlos, wenn man bei seinem Messstellenbetreiber nachfragt.

Hat man diese Schnittstelle nicht, so hat man in der Regel eine Impulsdiode verbaut, diese blinkt 1000 pro kWh. Nicht verwundert sein, man sieht die Diode nicht mit dem Auge blinken, da sie im Infrarot-Spektrum sind. Wenn du jedoch deine Smartphone-Kamera nimmst und ein Video aufzeichnest, solltest du den Impuls sehen.

Frient Zigbee Lesekopf

Ein spannendes Produkt kommt von Frient – es ist in Zigbee Lesekopf, der dafür gebaut ist, die Impulsdiode auszuwerten. Er ist kompatibel mit allen Zählern, die 1000 Impulse pro kWh senden (dies steht in der Regel direkt neben der Impulsdiode).

Eine App oder Ähnliches gibt es zu dem Sensor nicht, ihr müsst ihn in euer bestehendes Zigbee Netzwerk einbinden. Kompatibel ist er mit Zigbee2mqtt, ZHA (teilweise im Moment), Homey, SmartThings usw.

Der Frient-Lesekopf erfasst nicht den aktuellen Zählerstand, sondern nur den aktuellen Verbrauch. Somit muss initial der Stromverbrauchswert gesetzt werden.

Vorteile:

  • Hohe Funkreichweite durch Zigbee – durch Zigbee Steckdosen beliebig erweiterbar
  • kann außerhalb vom Stromkasten betrieben werden
  • Batteriebetrieben – keine Steckdose notwendig
  • Zukunftsreicher – keine Hersteller-Cloud
  • keine bauliche Veränderung an der Elektroinstallation

Nachteile:

  • keine Hersteller App, daher eigenes Smart Home System notwendig
  • kann nicht den aktuellen Zählerstand lesen, nur den aktuellen Verbrauch.
  • Impuls Einstellungen nur mit Zigbee2Mqtt möglich (Profils bekommen das auch anders hin…)

Preislich liegt er aktuell bei ca. 70 Euro.

Homematic Zählersensor (SML, IR Impuls)

Hast du das Homematic-Protokoll in deinem Smart Home? Dann gibt es eine weitere Alternative. Homematic hat eine Sendeeinheit für die es verschiedene Zählersensoren gibt: Ferraris, SML-Protokoll, IR-Impuls und sogar für Gaszähler.

Der Ferraris Zähler ist der klassische mit der rotierenden Scheibe. Das SML-Protokoll ist ein Protokoll für eine Infrarot-Kommunikations Schnittstelle, mit der, der aktuelle Zählerstand (auch für Zähler mit mehr als einem Zählwerk-Stichwort Solaranlage) abgefragt werden kann. Hierfür ist eine PIN vom Betreiber notwendig. Die Impulssendung ist das dritte Verfahren, dass unterstützt wird, hierbei wird das blinken registriert und daraus der momentane Verbrauch berechnet.

Vorteile:

  • Batterie-betrieben, keine Steckdose notwendig
  • Funkprotokoll mit hoher Reichweite
  • Sendeeinheit und Sensor sind separat erhältlich – wechselt der Messstellenbetreiber den Zähler, kann es mit einem anderen Sensor weiterverwendet werden
  • funktioniert ohne Cloud

Nachteile:

  • Keine schöne Darstellung / Erfassung des Verbrauches – Homeassistant hilft hier
  • spezielles Protokoll, nur mit Homematic im Einsatz nutzbar

Sendeeinheit bei ELV.de kaufen

DIY Stromzähler auslesen mit IR-Lesekopf

Smart-Home heißt oft auch basteln, daher darf natürlich DIY nicht fehlen. Es gibt verschiedene Projekte, um Stromzähler auszulesen. Eines ist super mit einem ESP und Tasmota umsetzbar.

Auf dem ESP wird Tasmota geflasht und mit einem Template können die üblichen IR Leseköpfe genutzt werden.

Vorteile:

  • Volle Kontrolle, keine Hersteller-Abhängigkeit
  • Preisgünstig
  • kann den Zählerstand lesen, nicht nur den aktuellen Verbrauch
  • Open Source mit Tasmota

Nachteile:

  • Batterie-betrieb nur schwer möglich
  • keine History von Haus aus
  • Löten notwendig

Ohne Wertung:

  • Übertragung in der Regel via Wifi. Reichweite kann ein Problem werden, dafür sehr einfach einzubinden im Smart-Home.

Einen Beispiel-Lesekopf, der eine einfache Anleitung mitliefert, habe ich unten verlinkt. Dazu noch ein Memos D1 und du kannst mit ein bisschen Lötarbeit direkt loslegen. Manchmal tauchen in Marktplätzen auch fertige Wifi Einheiten auf, da lohnt sich auch immer mal ein Blick.

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